Pregabalin (bei Angststörungen)

Chemische Struktur
von Pregabalin
Pregabalin ist ein Wirkstoff der insbesondere zur Behandlung von Angststörungen eingesetzt wird. Bekannt ist Pregabalin seit 2004 unter dem Markennamen Lyrica (vertrieben von Pfizer), seit 2014 sind aber auch Generika zugelassen. Heute gehört Pregabalin in Deutschland zu den meistverschriebenen Arzneimitteln. Zusätzlich wird Pregabalin auch bei Neuropathie, Epilepsie und zum Opiatentzug eingesetzt, in den USA auch Off-Label gegen Migräne, Rest-Less-Legs und anderen Indikationen.

Pregabalin ist ein GABA(Gammaaminobuttersäure)-Derivat hat aber einen anderen Wirkmechanismus, interessanterweise sind die Effekte aber wieder ähnlich wie die von GABA und somit von Benzodiazepinen.

Während GABA und Benzodiazepine auf den GABA-Rezeptoren wirken, hemmt Pregabalin im Gehirn spannungsabhängige Calzium Kanäle. In Folge werden Neurotransmitter die mit Angst in Zusammenhang gebracht vermindert ausgeschüttet. Zum Beispiel Noradrenalin, Glutamat und Substanz P.

Die Wirkung wird of als vergleichbar mit Benzodiazepinen beschrieben, Pregabalin löst also Ängste und macht entspannter sowie (sozial) enthemmter.

Die Vorteile von Pregabalin sind eine gute Wirksamkeit sowie eine relativ gute Verträglichkeit. Am häufigsten klagen Patienten über Konzentrationsstörungen, Trägheit und manchmal auch Gleichgewichtsstörungen. Nebenwirkungen treten insbesondere zu Beginn einer Behandlung auf. Ein weiterer Vorteil ist dass Pregabalin nicht das Sucht und Missbrauchspotential von Benzodiazepinen besitzt, ein schrittweises Absetzen ist meist problemlos möglich. Dennoch ist bei Patienten mit Suchterkrankungen besondere Vorsicht geboten da es ähnlich wie die Benzodiazepine missbraucht werden kann.