Johanniskraut - Hypericum perforatum

Johanniskraut, genauer gesagt das Echte Johanniskraut (Lateinisch: Hypericum perforatum) ist eine Pflanze die bereits bei den Germanen als Heilpflanze für psychische Leiden eingesetzt wurde und als Symbol für die Sonne galt. Die Pflanze ist ursprünglich in Europa heimisch, hat sich allerdings bereits über die gesamte Welt verbreitet.

Johanniskraut hat eine nachweißlich antidepressive Wirkung bei geringen Nebenwirkungen und darüber hinaus kaum Suchtpotenzial (siehe unten).

Die für die Wirksamkeit verantwortlichen Inhaltsstoffe sind: 

  • Hypericine und hypericinähnliche Verbindungen. (Wirkmechanismus unklar, erhöht eventuell den Dopaminlevel)
  • Flavonoide sind an der Wirkung vermutlich ebenfalls beteiligt sind.Ssie hemmen in vitro die MAO was unter anderem zur einer Erhöhung von Serotonin und Noradrenalin führt.
  • Auch Hyperforin ist wahrscheinlich an der Wirkung beteiligt indem es indirekt die Wiederaufnahme von Monoaminen hemmt. 

Zusätzlich erhöht Johanniskraut aber auch die Konzentration von GABA und Glutamat im synaptischen Spalt, was ebenfalls für die positive Wirkung verantwortlich ist und so bei anderen Antidepressiva nicht vorkommt.

Johanniskraut wirkt also wahrscheinlich einerseits genauso wie klassische Antidepressiva auch, also indem es die Konzentrationen von Neurotransmittern im synaptischen Spalt erhöht, zusätzlich gibt es aber auch noch andere Wirkmechanismen die in Summe zur guten Gesamtwirkung beitragen.

Bei Johanniskraut tritt die Wirkung wie bei anderen Antidepressiva erst nach 2-6 Wochen ein.

Derzeitiger Standpunkt und Handhabung

Der derzeitige wissenschaftliche Standpunkt ist dass Johanniskraut bei leichten und mittelschweren Depressionen eine positive Wirkung hat, allerdings besteht der Bedarf an weiteren Untersuchungen. Bei leichten und mittelschweren Depressionen kann ein erster Therapiversuch demnach mit Johanniskraut erfolgen.

Da Johanniskrautextrakte auf mehrere Angriffspunkte einwirkt, aber dafür nur schwach auf jeden einzelnen, sind die Nebenwirkungen von Johanniskraut gering. Es kann eine Lichtempfindlichkeit auftreten welche aber bei therapeutischen Dosen sehr selten ist.

Achtung: Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Wichtig zu beachten ist dass Johanniskraut ein sogenannter Enzyminduktor ist, das heißt es werden vermehrt Enzyme gebildet die Fremdstoffe im Körper abbauen. Dies kann Probleme bei parallel eingenommenen Arzneimitteln geben wie zum Beispiel der Antibabypille. Die Wirkstoffe der Antibabypille werden durch die vermehrten Enzyme schneller abgebaut und ein sicherer Schutz vor einer Schwangerschaft ist nicht mehr gegeben. Deshalb ist es wichtig einen Arzt zu konsultieren bevor man sich für die Einnahme von Johanniskraut entscheidet. Auch sollte Johanniskraut nicht in der Schwangerschaft oder Stillzeit eingenommen werden!