Angststörungen

Unter Angsterkrankungen versteht man verschiedene psychische Krankheiten deren Grundlage ein
krankhaft erhöhtes Angstgefühl ist. Ist diese Angst nicht auf spezielle Stimuli beschränkt liegt eine generalisierte Angststörung vor, wird die Angst durch spezielle Stimuli hervorgerufen spricht man von einer Phobie. Bei der Panikstörung kommt es plötzlich und ohne ersichtlichen Grund zu einer heftigen Angstreaktion (Panikattacke), bis hin zur totalen Todesangst.

Generalisierte Angststörung

Bei der generalisierten Angststörung kommt es zur langanhaltenden irrationalen Angst und dem ausmalen von Horrorszenarien in Kopf. Oft im Mittelpunkt stehen dabei Gedanken rund um die Gesundheit, die Arbeit, zwischenmenschliche Verhältnisse aber auch die Gedanken über einen möglichen Unfall mit Todesfolge. Meist kommt es neben der psychischen Komponente auch zu physischen Begleiterscheinungen wie Schlaflosigkeit, Schmerzen jeglicher Art, Konzentrationsstörungen, Atembeschwerden und vielem mehr. In den USA ist die generalisierte Angststörung bereits die häufigste Ursache für Berufsinvalidität.

Die Behandlung erfolgt im Idealfall dual mit einer kognitiven Verhaltenstherapie sowie medikamentös.

Medikamente die zur Behandlung verwendet werden sind
  • SSRIs - First Line.
  • SSNRIs - Auch First Line, insbesondere Venlafaxin wird gerne bei Angststörungen, Panikstörung und sozialer Phobie verschrieben.
  • Benzodiazepine - oft zusätzlich bei Bedarf, kritisch gesehen  aufgrund von Abhängikgeit und Toleranz-Problematik. Weitere Probleme sind die Verkehrstauglichkeit und Stürze insbesondere bei älteren Leuten aufgrund verminderter motorischer und mentaler Koordination.
  • Pregabalin (Lyrica) - Anderer Wirkmechanismus aber vom Effekt her ähnlich den Benzodiazepinen allerdings ohne Toleranz und weniger Missbrauchsrisiko, ebenso beeinflusst es im Gegensatz zu den Benzodiazepinen nicht die Schlafarchitektur und vermindert nicht so stark die motorischen und kognitiven Funktionen.

Phobie

Arachnophobie bezeichnet eine
übertriebene Angst vor Spinnen.
Eine Phobie ist eine Angsterkrankung bei der auf bestimmte Objekte oder Situationen eine übertrieben Angstreaktion stattfindet. Daraus resultiert ein Vermeidungsverhalten welches die Gesamtproblematik verstärkt und es zur Angst vor der Angst kommt.

Man kann Phobien folgendermaßen unterteilen:
  • Spezifische Phobie - spezifisches Objekt löst extreme Angstreaktion aus. (Zum Beispiel Spinnenphobie)
  • Agarophobie - Angst vor Situationen in der Öffentlichkeit bei welchen eine Flucht oder ein Rückzug schwer oder unmöglich ist. Eine solche Angst kann zum Beispiel in Zügen, Flugzeugen aber auch öffentlichen Plätzen oder Räumlichkeiten mit vielen Personen auftreten. Diese Angst kann soweit gehen dass man nicht mehr sein Zuhause verlässt.
  • Soziale Phobie - Angst vor Situationen bei welchen man im Zentrum der Aufmerksamkeit von anderen Personen steht. (Präsentationen, Instrument spielen) Noch keine soziale Phobie ist das Lampenfieber.
Behandelt werden Phobien psychologisch durch Konfrontationstherapie und kognitive Verhaltenstherapie und in schweren Fällen auch medikamentös. Am häufigsten kommen Antidepressiva und Benzodiazepine als Bedarfsmedikation zum Einsatz. Oft sehr hilfreich können Selbsthilfegruppen sein mithilfe denen auch eine Konfrontationstherapie gemacht werden kann. Ebenso finden verschiedene Wirkstoffe aus der Pflanzenheilkunde anwendung, wobei neben der teils belegten Wirkung auch der Placeboeffekt genützt wird, der bei subjektiven Empfindungen immer besonders groß ist.

Panikstörung

Bei der Panikstörung kommt es plötzlich und unvorhersehbar zur heftigen Angstreaktion (Panik), dies geht bis hin zur akuten Todesangst und Atemnot. Oft treten dabei auch heftige Schmerzen im Brustbereich auf verbunden mit Herzrasen, wobei der Betroffen oft Angst hat einen Herzinfarkt oder Herzstillstand zu erleiden. Normalerweise dauert eine Panikattacke ein paar Minuten und klingt dann wieder ab. Meist untersucht daraufhin ein Kardiologe das Herz und stellt fest dass alles in Ordnung ist und die Schmerzen rein psychosomatisch hervorgerufen werden, doch selbst dies führt oft nicht zu einer verminderung der Panik.

Der Ablauf einer Panikattacke: Körperliche Stress-Symptome und das subjektive Angstgefühl schaukeln sich gegenseitig hoch.

Die Behandlung erfolgt ähnlich wie bei einer Phobie, psychisch durch kognitive Verhaltenstherapie und Medikamentös durch Langzeitgabe von Antidepressiva und einer Bedarfsmedikation mit Benzodiazepinen.

Es gibt allerdings auch organische bedingte Panikerkrankungen in diesem Fall muss die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden.