Dienstag, 20. September 2016

Das Beruhigungsmittel Menthylisovalerat (Validolum)

Chemische struktur des natürlich
Vorkommenden Menthylisovalerat.
Menthylisovalerat kommt natürlich in Pfefferminzöl vor und wird in der Lebensmittelindustrie als Aromastoff verwendet. Als Lutschtabletten soll Menthylisovalerat (auch Validolum, Validol, Valofin, Menthoval)Handelsnamen: ) beruhigende, sedierende und schlaffördernde Eigenschaftn haben. Die Lutschtabletten sind in Europa rezeptfrei in der Apotheke zu erhalten, wenn auch wenig
verbreitet. Häufiger wird Methylisovalerat in Russland verwendet und verschrieben.

 Wirkmechanismus und Einnahme

Als Wirkmechanismus wird eine Freisetzung von Endorphinen und Enkephalinen diskutiert (das sind körpereigene Opioide). Die Wirkung wird als subtil aber schnell eintretend  (innerhalb von Minuten) beschrieben. Dosierung und Einnahmeform sind 60-120mg sublingual.



Donnerstag, 8. September 2016

Legalität von Phenibut (NpSG und PSA2016)

Die potente angstlösende Substanz Phenibut war bis vor kurzem ohne weiteres unter anderem in Deutschland und England als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Dies könnte sich bald mit dem "Neuen psychoaktiven Substanzen Gesetz" (kurz NpSG - in Deutschland, tritt frühesens am 18.09.2016 in Kraft) beziehungsweise mit dem "Psychoactive Substances Act 2016" (in England) ändern.

Während Phenibut im PSA2016 explizit angeführt ist und somit nicht mehr in England vertrieben wird, bleibt abzuwarten ob Phenibut auch unter das NpSG fällt, einige Händler haben aber bereits reagiert und die Substanz sicherheitshalber aus ihrem Sortiment entfernt.

Quelle:
http://www.legislation.gov.uk/ukpga/2016/2/contents/enacted#top
http://www.bmg.bund.de/ministerium/meldungen/2016/npsg-kabinett.html

Mittwoch, 7. September 2016

Pregabalin/Lyrica Einnahme während Schwangerschaft und erhöhtes Risiko für Geburtsfehler

Tierstudien wiesen bereits darauf hin dass eine Einnahme von Pregabalin (Markenname Lyrica) während der Schwangerschaft zu Geburtsfehlern führen kann. Auch findet sich seit Markteinführung der Hinweis im Beipackzettel dass Frauen die Pregabalin einnehmen verhüten müssen.

Eine multinationale Studie mit 164 werdenden Mütter die Pregabalin in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten einnahmen hat diesen Verdacht nun erhärtet. Schwangerschaften in Zusammenhang mit einer Pregabalineinnahme hatten ein 3-fach höheres Risiko (6%) auf einen Geburtsfehler im vergleich zu Schwangerschaften ohne Pregabalin Einnahme (2,1%).

Es werden aber weiter Studien benötigt da durch diese Studie nicht bewiesen ist dass Lyrica wirklich für die vermehrten Geburtsfehler verantwortlich ist. Einerseits ist die Teiln
ehmeranzahl zu gering, andererseits könnten auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Zum Beispiel hatten mehr Mütter aus der Lyrica Gruppe medizinische Probleme, auch die Krankheit selbst mit der Lyrica behandelt wurde könnte eine Rolle spielen.

Quelle
http://www.medscape.com/viewarticle/863773