Sonntag, 8. November 2015

Vollständige Symptombeseitigung bei Depression verringert Risiko einer Neuerkrankung

Wissenschaftler von der University of California, San Diego School of Medicine zeigen mit einer Studie dass die totale Unterdrückung von depressiven Symptomen ein geringeres Risiko einer Neuerkrankung zur Folge hat. Dies könnte große Auswirkungen auf die Praxis der Therapie von Depressionen haben, hat man sich bis jetzt doch häufig mit einer signifikanten Linderung der Symptome zufrieden gegeben, und nicht die Eradikation durch längere Therapie oder stärkeren Antidepressiva forciert.

In der Studie wurden insgesamt 322 Patienten mit einer schweren depressiven Episode untersucht und 31 Jahre (!) beobachtet. 61,2 Prozent dieser Patienten wurden vollständig geheilt, zeigten also während und nach der Behandlung keinerlei Symptome einer Depression. Patienten die auf die Behandlung nur teilweise ansprachen, also trotz Behandlung noch Symptome aufwiesen, hatten im Schnitt ein um fast dreifach höheres Risiko im nächsten Jahr erneut an einer Depression zu erkranken. Auch in den nächsten 10-20 Jahren war das Risiko deutlich erhöht.

Autor Lewis L. Judd ist davon überzeugt dass die Therapie deshalb bis zum vollständigen Ausheilen der Depression fortgesetzt werden sollte, und man sich nicht mit einer partialen Heilung zufrieden geben sollte. Denn so lange noch Restsymptome bestehen sei das Risiko auf einen Rückfall sehr hoch.

Die Autoren kommen aufgrund ihrer Daten zum Schluss dass 28 Tage gänzliche Symptomfreiheit als Definition für eine Ausheilung angesehen werden sollten.

Quelle
https://health.ucsd.edu/news/releases/Pages/2015-10-27-complete-symptom-resolution-and-depression-recurrence.aspx