Dienstag, 29. Dezember 2015

Ketamin ein vielversprechendes Antidepressivum?

Ketamin -
chemische Struktur
Update (19.08.2016): Großangelegte goldstandard Studie zu Ketamin angelaufen

In letzter Zeit häufen sich Berichte zu Ketamin, und das nicht in einem negativen Kontext sondern
weil die Substanz großes medizinisches Potential zur Behandlung von Depressionen hat.

Ketamin wurde erstmals 1962 synthetisiert und wird seit den 70er Jahren als Anästhetikum eingesetzt. Es macht gleichermaßen schmerzunempflindlich sowie bewusstlos.

Ketamin als Droge 

Geringer dosiert wird Ketamin als Dissoziativum-Droge missbraucht. Dissotiativum bedeutet eine gefühlte Trennung von Körper und Geist. Ebenso kann es auch schon bei niedrigen Dosen zu Halluzinationen und außerkörperlichen Erfahrungen kommen. Oft kommt es zu dunklen, als negativ empfundenen Erlebnissen. Konsumenten bezeichnen Ketaminerfahrungen häufig als heftiger gegenüber LSD. Das sogenannte "K-Hole" ist ein Zustand in welchem man seine Umwelt zwar noch wahrnimmt, aber unfähig ist sich zu bewegen, da man sämltiche Kontrolle über seinen Körper verloren hat. Niedrig dosiert wird Ketamin auch als Partydroge konsumiert und gilt als "Farbwürze".

Der Wirkmechanismus

Ketamin hat mehrere Wirkmechanismen und nicht alle sind restlos aufgeklärt. Der wohl bedeutendste ist die Antagonisierung des NMDA-Rezeptors was zur Folge eine verminderte Ausschüttung des körpereigenen Neurotransmitters Acetylcholin (aktivierender Neurotransmitter) hat.

Warum Ketamin bei Depressionen

Als Antidepressivum macht Ketamin vor allem 2 Dinge interessant:

  • Der Wirkmechanismus unterscheidet sich von allen anderen Antidepressiva.
  • Die antidepressive Wirkung von Ketamin tritt noch am selben Tag ein. 

Bei fast ein Drittel aller Patienten versagt der erstmalige medikamentöse Therapieversuch einer Depression, und es dauert bis ein wirksames Medikament gefunden wird (Sofern eines gefunden wird und keine therapieresistente Depression vorliegt). Das Problem dabei ist dass herkömmliche Antidepressiva 3-6 Wochen(in welchen die Nebenwirkungen meist am stärksten sind) brauchen um zu wirken, weshalb fehlgeschlagene Therapieversuche mühsam und mit viel Leid verbunden sind. Ein sofortiges Einsetzen der Wirkung ist deshalb ein entscheidender Vorteil.

Ein völlig neuer Wirkmechanismus gibt außerdem Hoffnung bislang therapieresistente Depressionen erfolgreich behandeln zu können.

Studien und Untersuchungen bis jetzt

Doch wie kam man überhaupt darauf dass Ketamin antidepressiv wirken kann und was sagen die jüngst veröffentlichten Studien?

Der Mediziner John H. Krystal, MD untersuchte Ketamin im Zusammenhang mit schizophrenen Patienten und fand heraus dass Ketamin zwar nicht gegen Schizophrenie hilft, allerdings eine stimmungsaufhellende Wirkung hat, und zwar in geringen Dosen die nicht halluzinogen sind.

2006 kam es zur ersten systematischen Studie welche die Fachwelt aufhorchen ließ. 18 schwer Depressive bei welchen bereits mindestens fünf Therapieversuche mit herkömmlichen Antidepressiva nutzlos waren bekamen intravenös eine Dosis Ketamin verabreicht, mit diesen Folgen:

  • 71% der Patienten hatten am selben Tag eine Symptomverbesserung um 50%.
  • Am Folgetat hatte ein drittel der Patienten keine Symptome mehr einer Depression.
  • Bei einem drittel der Patienten hielt die Wirkung eine Woche an. 

Mittlerweile gibt es mehrere Studien mit ähnlichem Ausgang, ungefähr zwei Drittel aller Patienten springen auf die Therapie an, auch wenn andere Antidepressiva versagten. Auch bei akuter Suizidgefahr scheint Ketamin großes Potential zu haben.

Eine Metaanalyse von 2015 von acht randomisierten kontrollierten Studien bestätigte die Wirkung von Ketamin nach einmaliger Gabe zur sofortigen Behandlung uni- und bipolarer Depression. Nach einer weiteren Metaanalyse von 2015 führte eine einmaliger Gabe zu einer signifikanten Besserung über einen Zeitraum von mindestens 7 Tagen.Eine Übersicht von 2015 über 9 Einzelstudien zur Behandlung von insgesamt 137 Patienten mit Suizidgefährdung berichtete über eine schnelle Besserung (ab 40 Minuten) in jeder der 9 Einzelstudien.

Die Euphorie ist also berechtigt, allerdings ist noch unklar wie sich eine längere Behandlung auf den den Organismus auswirkt und welche Langzeitnebenwirkung eine Behandlung mit Ketamin mit sich bringt. Dafür braucht es noch weitere Untersuchungen und Studien.

Quellen, Studien und weiterführende Links:
http://ijnp.oxfordjournals.org/content/16/9/2111
http://archpsyc.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=210856
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/42213
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3949142/
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/hup.2475/abstract;jsessionid=9251D0521666F6B0E4FF3962D8285005.f01t04
http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs40268-015-0081-0
https://clinicaltrials.gov/show/NCT01998958
https://clinicaltrials.gov/show/NCT00088699

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Neues Antidepressivum Vortioxetin (Brintellix®) - IQWiG sieht keinen Zusatznutzen belegt

Seit Dezember 2013 ist der Wirkstoff Vortioxetin zur Behandlung von Depressionen zugelassen, kam aber erst im Mai 2015 unter dem Markennamen Brintellix auf den Markt. Vortioxetin hat einen neuen multimodalen Wirkmechanismus:
  • Hemmung der Serotonin Wiederaufnahme
  • Antagonistisch (5HT3,5HT7,5HT1D), partiell agonistische(5HT1B) und agonistische(5HT1A) Aktivität an den verschiedenen Serotonin Rezeptoren.
Insgesamt kommt es zu erhöhten Spiegeln von Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, Acetylcholin und Glutamat sowie einer Reduktion von GABA in verschiedenen Hirnarealen. Dies soll auch eine Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit von Patienten zur Folge haben

Vom Nebenwirkungsprofil gilt der neue Wirkstoff als relativ günstig, lediglich Übelkeit kommen bei über 10 Prozent der Patienten vor. Bei 5, 10 und 15 mg gab es keine sexuelle Funktionsstörungen, bei 20mg hingegen schon.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat in einer Dossierbewertung nun überprüft ob ein Zusatznutzen von Vortioxetin gegenüber Citalopram (ein SSRI) vorliegt, und kam zu einem negativen Ergebnis. Der Hersteller habe nur einen Teil der vorliegenden Studien zu den jeweiligen Medikamenten aus nicht nachvollziehbaren Gründen in seine Metastudien einbezogen, weshalb sich daraus kein Zusatznutzen ableiten lasse.




Quelle: Iqwig.de
https://www.iqwig.de/download/A15-16_Vortioxetin_Kurzfassung_Nutzenbewertung-35a-SGB-V.pdf

Sonntag, 8. November 2015

Vollständige Symptombeseitigung bei Depression verringert Risiko einer Neuerkrankung

Wissenschaftler von der University of California, San Diego School of Medicine zeigen mit einer Studie dass die totale Unterdrückung von depressiven Symptomen ein geringeres Risiko einer Neuerkrankung zur Folge hat. Dies könnte große Auswirkungen auf die Praxis der Therapie von Depressionen haben, hat man sich bis jetzt doch häufig mit einer signifikanten Linderung der Symptome zufrieden gegeben, und nicht die Eradikation durch längere Therapie oder stärkeren Antidepressiva forciert.

In der Studie wurden insgesamt 322 Patienten mit einer schweren depressiven Episode untersucht und 31 Jahre (!) beobachtet. 61,2 Prozent dieser Patienten wurden vollständig geheilt, zeigten also während und nach der Behandlung keinerlei Symptome einer Depression. Patienten die auf die Behandlung nur teilweise ansprachen, also trotz Behandlung noch Symptome aufwiesen, hatten im Schnitt ein um fast dreifach höheres Risiko im nächsten Jahr erneut an einer Depression zu erkranken. Auch in den nächsten 10-20 Jahren war das Risiko deutlich erhöht.

Autor Lewis L. Judd ist davon überzeugt dass die Therapie deshalb bis zum vollständigen Ausheilen der Depression fortgesetzt werden sollte, und man sich nicht mit einer partialen Heilung zufrieden geben sollte. Denn so lange noch Restsymptome bestehen sei das Risiko auf einen Rückfall sehr hoch.

Die Autoren kommen aufgrund ihrer Daten zum Schluss dass 28 Tage gänzliche Symptomfreiheit als Definition für eine Ausheilung angesehen werden sollten.

Quelle
https://health.ucsd.edu/news/releases/Pages/2015-10-27-complete-symptom-resolution-and-depression-recurrence.aspx

Donnerstag, 24. September 2015

Schlafapnoe-Syndrom führt zu Depression (oder deren Symptome)

Eine neue Studie sagt aus dass über 70% aller Schlafapnoe Patienten auch Symptome einer Depression zeigen. Die Studie wurde im Journal of Clinical Sleep Medicine veröffentlicht und könnte darauf hindeuten dass das Schlafapnoe-Syndrom oft fälschlicherweise als Depression diagnostiziert wird.

Das Schlafapnoe-Syndrom zeichnet sich dadurch aus dass die Atmung während des Schlafens kurz aber wiederholt aussetzt, meist verbunden mit lautem, chronischen Schnarchen. Betroffene Patienten leiden untertags an Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Schon in der Vergangenheit wurde eine Verbindung zwischen Depression und Schlafapnoe beobachtet, weiters wird das Schlafapnoe Syndrom mit einem erhöhten Risiko an Bluthochdruck, Herzkrankheit, Typ 2 Diabetes und Schlaganfall zu erkranken in Verbindung gebracht.

Eine Behandlung durch CPAP-Beatmung (Continuous Positive Airway Pressure = Atemmaske über Nacht) führte zu einem Rückgang der depressiven Symptome. Nach einer dreimonatigen Behandlung zeigten nur noch 4% der Behandelten Symptome einer Depression, und von 41 Teilnehmern die angegeben hatten suizidale Gedanken zu haben, hatte nach drei Monaten kein einziger mehr solche Gedanken.

Die Studie weist auf die Wichtigkeit hin depressive Patienten mittels Somnographie zu untersuchen und so ein Schlafapnoe-Syndrom zu erkennen. Das Schlafapnoe-Syndrom ist dafür bekannt dass es viel zu selten diagnostiziert wird aber schwer wiegende Folgen auf die Gesundheit und Psyche hat.

Quelle
http://www.aasmnet.org/jcsm/ViewAbstract.aspx?pid=30173

Donnerstag, 17. September 2015

Antidepressiva und Schwangerschaft

Früher  ging man davon aus dass in der Schwangerschaft der Hormonhaushalt der Frau dafür sorgt dass die Stimmungslage nicht ins depressive kippen kann, sondern erst nach der Geburt wenn sich der Hormonhaushalt stabilisiert. Heute weiß man dass für unter Depressionen Leidende eine Schwangerschaft eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellen kann und die Depression so noch schlimmer wird.  Dies führt zwangsläufig zu einem Fehlverhalten, sei es falsche Ernährung, der Griff zum Alkohol/zur Zigarette oder Bewegungsmangel. Auch kann nicht ausgeschlossen werden dass eine dauerhaft negative Grundstimmung der werdenden Mutter Effekte auf das Kind im Mutterbauch hat.

Eine Behandlung einer depressiven Mutter ist also absolut essentiell, die Frage ist ob neben der Psychotherapie auch zu Medikamenten gegriffen werden soll gestaltet sich schwieriger.

Zwar gelten viele Antidepressiva in der Schwangerschaft als relativ sicher besteht doch ein Restrisiko. So gilt es als gesichert dass SSRIs unter anderem Risiko eines Herzfehlers oder einer Neuralrohrfehlbildung leicht erhöhen. Auchs stehen Antidepressiva im Verdacht das Risiko auf eine Fehlgeburt und Frühgeburt leicht zu erhöhen. Weitere Probleme können nach der Schwangerschaft in Form von Entzugssymptomen beim Neugeborenen sowie übergang der Substanzen in die Muttermilch (Nur bei manchen, zum Beispiel: Doxepin) folgen.

Weil bei einigen schon lang erprobten Medikamente es allerdings als gesichert gilt dass das Risiko sehr gering ist werden heute häufig während der Schwangerschaft Antidepressiva verschrieben. Auch ist bekannt welche Substanzen in die Muttermilch übergehen wodurch sich die Mitmedikation des Neugeborenen verhindern lässt.  

Es muss mit dem Psychiater eine Nutzer-Risiko Abwägung gemacht werden und zwar für jeden individuellen Fall.

Möglich während der Schwangerschaft ist unter anderem eine Behandlung mit:
  • SSRIs - Citalopram, Sertralin, Fluoxetin
  • SSNRIs - Duloxetin, Venlafaxin
  • TCAs - Amitriptylin, Nortriptylin -> Nicht first line
  • Andere - Bupropion -> Nicht first line

Mittwoch, 16. September 2015

Antidepressiva und Alkohol

Grundsätzlich sollte Alkoholkonsum bei gleichzeitiger Behandlung mit Antidepressiva immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, da nicht nur die Kombination Medikament und Alkohol schlecht sein kann sondern Alkohol sich auch negativ auf vorliegende Krankheitsbilder auswirken kann:
  • Alkohol kann Depressionen und Angstgefühle verstärken. Entweder schon im Rausch oder aber erst am nächsten "Katertag".
  • Das Risiko des Alkoholmissbrauchs ist bei psychisch Erkrankten erhöht.
  • Bei Depressiven aber auch Angsterkrankten ist die Schlafqualität oft erniedrigt. Alkohol mag zwar helfen schneller einzuschlafen, wirkt sich aber negativ auf die Schlafarchitektur aus. Der Schlaf wird dadurch weniger erholsam und unruhig.
Ob Alkohol mit Antidepressiva wechselwirkt kommt es auf den Wirkmechanismus an:
  • Trizyklische Antidepressiva: Die meisten trizyklischen Antidepressiva wirken sedierend und sollten deshalb nicht mit dem ebenfalls sedierenden Alkohol kombieniert werden. Die motorischen Fähigkeiten werden so doppelt beeinträchtigt und das Risiko für Stürze und Unfälle erhöht.
  • SSRI:  Sind grundsätzlich gut verträglich mit Alkohol da sie wesentlich weniger sedierend sind als die trizyklischen Antidepressiva. In den ersten Wochen in denen der Patient allerdings noch unter Nebenwirkungen leidet sollte auf Alkohol verzichtet werden.
  • MAO Hemmer: In vielen alkoholische Getränken befindet sich die Substanz Tyramin welche durch Einnahme von MAO Hemmer im Körper nur mehr in geringen Maße abgebaut werden kann. Dies kann gefährliche Symptome wie extremer Bluthochdruck zur Folge haben. Bei Einnahme von MAO Hemmern sollte deshalb unbedingt auf tyraminhaltige Produkte (Essen sowie Trinken) verzichtet werden. Tyramine ist unter anderem auch in Bier und Wein enthalten.
  • Andere Antidepressiva: Hier sollte wie sonst auch eine Absprache mit dem Arzt erfolgen, viele Antidepressiva mit einem anderen Wirkmechanismus haben allerdings keinen Wechselwirkungen mit Alkohol.

Dienstag, 15. September 2015

Studie: Social Media übt Druck auf Jugendliche aus

Dr. Heather Cleland Woods und Holly Scott von der University of Glasgow haben kürzlich eine Studie mit 467 Jugendlichen präsentiert.

Die Jugendlichen wurden auf Ansgtsymptome, Depressionen, Höhe des Selbstwertgefühls und deren Schlafqualität untersucht und mussten Angaben bezüglich ihrer Nutzung von sozialen Netzwerken machen.

Es stellte sich heraus dass Jugendliche welche Twitter, Facebook, Instagram, Youtube und Konsorten wenig distanziert und mit großen Emotionen verbinden eine erheblich schlechtere Schlafqualität aufwiesen und anfälliger für Depressionen und Angsterkrankungen waren. Besonders schlimm betroffen waren Teenager die soziale Netzwerke viel in der Nacht verwenden.

Den Grund dafür sehen die Wissenschaftler im Druck ständig verfügbar zu sein um nichts zu verpassen oder Antworten liefern zu können. Auch die Tatsache ununterbrochen "bewertet" werden zu können könnte auf Dauer Stress auslösen.

Freitag, 11. September 2015

Wirken SSRIs bei Menschen ohne Depression gegenteilig?

Eine Studie publiziert im Journal Neuropharmacology von Professor Carol A. Shively (Wake Forest Baptist Medical Center) untersucht die Auswirkungen von Sertralin (häufig verschriebenes SSRI) auf das Gehirn von depressiven und nicht depressiven Affen.

Vor Beginn der Studie wurden 41 weibliche Affen mittleren Alters 18 Monate observiert. Weibliche Affen dieses Alters zeigen am häufigsten Anzeichen einer Depression. Anschließend wurden die Affen aufgrund ihres sozialen Verhaltens, den Essgewohnheiten sowie dem BMI in zwei Gruppen unterteilt: Depressive und nicht Depressive. Es folgte bei beiden Gruppen eine 18 monatige Medikation mit Sertralin oder Placebo.

Am Ende wurden die Gehirne mittels MRI untersucht und die Wissenschaftler fanden heraus dass bei depressiven Affen welche Sertralin erhalten hatten ein Teil des Gyrus cinguli (gehört zum limbischen System und ist verantwortlich für Stimmung und Kognition) signifikant gewachsen war.

Umgekehrt fand man bei nicht depressiven Affen die aber mit Sertralin behandelt wurden ein Schrumpfen dieser Region sowie ein Schrumpfen einer weiteren Region, dem Hippocampus.

Bei depressiven Menschen haben oft genau diese 2 Hirnregionen ein geringeres Volumen, ein vermuteter Wirkmechanismus der SSRI ist dass diese Medikamente in genau diesen Regionen das Neuronenwachstum anregt. Dies geschieht aber nur wenn die Menschen auch wirklich depressiv sind.

Die Problematik ist dass SSRIs nicht nur bei Depressionen verschrieben werden sondern zum Beispiel bei Zwangsstörungen, klimakterische Beschwerden und Angststörungen. Auch werden SSRIs in den USA als Lifestyle Medikamente eingesetzt, obwohl wissenschaftlich belegt ist dass gesunde Menschen keinen Nutzen daraus ziehen.

Folglich sollten die Auswirkungen von SSRIs auf Menschen die nicht an Depressionen erkrankt sind weiter untersucht werden, diese Studie gibt Anlass zur Besorgnis.

Quelle
http://www.wakehealth.edu/

Montag, 3. August 2015

Studie: Veränderte Darmflora verantwortlich für Depression und Angsterkrankung

In letzter Zeit wird immer intensiver geforscht wie sich die Darmflora eines Menschen auf dessen Gesundheit auswirkt. Studien zeigten bereits Zusammenhänge zwischen der Darmflora und des Körpergewichts auf.

Premysl Bercik von der Universität McMaster in Kanada hat nun mit einer Studie (im Nature Communicatios publiziert) gezeigt, dass auch die Psyche durch die Zusammensetzung der Darmflora beeinflusst wird.

Die Studie erfolgte an zwei Hauptgruppen mit je zwei Untergruppen von Mäusen. Eine Hauptgruppe wuchs mit täglichen Stress auf (Ausgelöst durch Trennung von der Mutter für 3 Stunden pro Tag), die andere unter Normalbedingungen. Die zwei Untergruppen unterschieden sich von der Darmflora, eine Untergruppe hatte normale Darmflora, die andere keine.

Beide Untergruppen die unter Stress aufwuchsen zeigt eine erhöhte Ausschüttung des Hormons Corticosteron, allerdings wies nur die Gruppe mit Darmflora Symptome der Depression und Angsterkrankung auf.

Wurde nun die Darmflora von den "mental erkrankten" Mäusen in die gestressten Mäuse ohne Darmflora transferiert son entwickelten auch diese Angstsymptome und Depressionen. Bei nicht gestressten Mäusen hatte der Transfer allerdings keinen Effekt.

Nach der Studie löst nur Stress zusammen mit Veränderungen der Darmflora psychische Probleme aus, wobei Stress für die Veränderung der Darmflora verantwortlich ist. Der Mechanismus zur Entwicklung von Depression und Angsterkrankung läuft demnach folgendermaßen ab: Stress in der Kindheit führt zu einer Veränderung der Darmflora, diese Veränderung der Darmflora führt dann wiederum zu psychischen Problemen, - zumindest bei Mäusen.

Quelle
http://www.nature.com/ncomms/2015/150728/ncomms8735/full/ncomms8735.html

Dienstag, 16. Juni 2015

Mobbing bei Kindern verdoppelt die Gefahr später depressiv zu werden

Eine Studie von der University of Oxford in England untersuchte die Auswirkungen von Mobbing an 4000 Jugendlichen über fünf Jahre. Die Studie zeigt eine klare Korrelation zwischen dem Ausmaß des Mobbings und der Wahrscheinlichkeit mit 18 unter Depressionen zu leiden.

  • 5%  der Jugendlichen die angaben nie Opfer von Mobbing zu sein wurden depressiv.
  • 7,1% der Jugendlichen die angaben drei bis sechs mal im Semester gemobbt worden zu sein wurden depressiv.
  • 14,9% de Jugendlichen die angaben öfter als einmal die Wochen gemobbt worden zu sein wurden depressiv.
Häufig gemobbte Kinder zeigten zu dem in 10,1% der Fälle eine persistierende Depression, bei den nicht gemobbten waren es lediglich 4,1%.

Weiters zeigt die Studie dass sich Opfer nur sehr selten dem Lehrer anvertrauen, aber 75% den Eltern bescheid sagen.

Die Korrelation beweist noch nicht die Kausalität. Würde aber Mobbing direkt für Depressionen verantwortlich sein könnten 30% der Depressionen durch Mobbing entstehen.

Quelle
http://www.bmj.com/content/350/bmj.h2469 

Angstsymptome bei Nikotinentzug: Der Mechanismus

Angstsymptome sind eine der Folgen von Nikotinentzug und oft dafür verantwortlich dass ehemalige Raucher nicht abstinent bleiben und wieder zur Zigarette greifen. Wissenschaflter von der University of Massachusetts Medical School sollen jetzt den verantwortlichen Hirnmechanismus herausgefunden haben und somit vielversprechende neue Targets für Rauchentwöhnungsmedikamente identifiziert haben.

Hauptursache für die Angstsymptome ist nach den Wissenschaftlern das Stresshormon CRH (Corticotropin Releasing Hormon) welches aus der Area tegmentalis ventralis (Hirnregion im Zentrum des Gehirns) ausgeschüttet wird. Zusätzlich wird aus den Epiphysenstielen Glutamat freigesetzt, ein Neurotransmitter der generell für die Übertragung von Signalen von Nervenzelle zu Nervenzelle verantwortlich ist. CRH steigert die Wirkung von Glutamat wodurch die Angstkaskade beschleunigt und intensiviert wird.

CRH Antagonisten (Substanzen die den CRH-Rezeptor blockieren und somit die Wirkung von CRH aufheben) existieren bereits und zeigen Potential zur Behandlung von Depressionen und Angsterkrankungen. In Zukunft könnten CRH-Antagonisten auch für abstinente Raucher untersucht werden.

Quelle
http://www.umassmed.edu/news/news-archives/2015/04/neuroscientists-identify-brain-circuitry-responsible-for-increased-anxiety-in-smokers-trying-to-quit/

Samstag, 25. April 2015

Generalisierte Angststörung: Vielversprechende "Metakognitive Verhaltenstherapie" (mit E-book)

Eine neue evidenzbasierte Therapiemethode genannt "Metakognitive Verhaltenstherapie" zeigt in erfolgreicher als die bisher angewandte normale kognitive Verhaltenstherapie sein aber wesentlich weniger zeitintesiv. Metakognitive Verhaltenstherapien kategorisiert man heute unter die "3. Generation der Verhaltenstherapien".
ersten Studien großes Potential zur Behandlung der generalisierten Angststörung. Das neue Therapieschema soll

Die neue MVT (Metakognitive Verhaltenstherapie) unterscheidet sich zur normalen KVT (Kognitive Verhaltens Therapie) indem, dass es mehr um die Beziehung zum Denken geht anstatt um die Denkinhalte selbst.

Die neue Therapie könnte neben der Behandlung der generalisierten Angststörung auch zur Behandlung von Depressionen, Phobien, und Psychosen eingesetzt werden.

Entwickelt wurde die neue Methode vom klinischen Psychologen Adrian Wells. Im folgenden informativen Interview erklärt er die Grundlagen der metakognitiven Therapie und worin die Unterschiede zu früheren Verhaltenstherpien liegen.
http://www.karger.de/Article/Pdf/360872 

Sein Buch ist auf englisch als PDF verfügbar:
dls.bookzz.org
(Das Buch ist für Laien nicht ganz einfach zu lesen aber mit einem Lexikon und einem Wörterbuch durchaus machbar)

Erste Studien welche die Wirksamkeit untersuchen:

Dienstag, 14. April 2015

Studie: Rosenwurz hat antidepressive Wirkung

Eine Studie, publiziert im Journal Phytomedicine, sagt aus dass Rosenwurz-Extrakt eine antidepressive Wirkung hat. Der Rosenwurz (Rhodiola rosea, in Russland auch goldene Wurzel genannt) wird in der Volksmedizin, insbesondere in Russland und Skandinavien, bereits seit mehr als 3000 Jahren als Heilmittel eingesetzt, insbesondere zum Stressabbau, zur Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit und der Ausdauer.

Es handelt sich um eine randomisierte doppelblind Studie mit einer Placebo sowie Sertralin Vergleichsgruppe. Es wurden Patienten als Studienteilnehmer genommen die bereits zwei oder mehr depressive Phasen durchlebt hatten und sich erneut in einer akut depressiven Phase befanden.

Nach zwölf Wochen zeigte das Rosenwurz-Extrakt eine deutliche antidepressive Wirkung, wenn auch etwas weniger als in der Sertralin Kontrollgruppe. Dafür zeigte Rosenwurz-Extrakt eine wesentlich bessere Verträglichkeit, so kam es nur in der Hälfte der Fälle zu Nebenwirkungen.

Anzumerken ist dass die Studie mit nur 57 Teilnehmern nur bedingt Aussagekräftig ist und weitere Studien und Untersuchungen nötig sind.

Diskutierte Wirkmechanismen sind eine mögliche Einflussnahme von Polyphenolglykoside auf den Serotonin und Dopaminhaushalt, eine Hemmung der Monoaminoxidase (MAO), und eine mögliche Beeinflussung der Wirkung von endogenen Opioiden.

Quelle
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17990195

Samstag, 14. März 2015

Hungerhormon Ghrelin hat potente antidepressive Wirkung

Das Journal Molecular Psychiatry hat eine Publikation von der University of Texas Southwestern Medical Center veröffentlicht die zur Entwicklung von neuen potenten Antidepressiva führen könnte.

Untersucht wurde das Hormon Ghrelin, welches bei Diät als Hungerhormon ausgeschüttet wird und auch als "Übergewichtshormon" betitelt wird. In einer Mausstudie wurde der Effekt von erhöhten Konzentrationen von Ghrelin im Gehirn untersucht. Es konnte nicht nur gezeigt werden dass Ghrelin potente antidepressive Eigenschaften aufweist, sonder auch dass das Hormon die Neurogenese (Neubildung von Nervenzellen) im Hippocampus ankurbelt. Der Hippocampus ist im Gehirn unter anderem für die Stimmung, das Gedächtnis und das Essverhalten verantwortlich. Schon seit längerem weiß man dass der Hippocampus bei Depressiven ein geringeres Volumen aufweist, die Ergebnisse sind also in sich schlüssig.

Auch wurde bereits ein potentes Ghrelin Analoga (wirkt wie Ghrelin) entwickelt mit dem Namen P7C3-A20 und es konnte gezeigt werden dass die Neuregenese damit stärker angekurbelt wird als wie mit bisherigen Antidepressiva.

Ghrelin Analoga könnten also großes Potential bezüglich der zukünftigen Behandlung von Depressionen haben, aber auch bei Essstörungen oder Leuten mit Ghrelin-Defizit Anwendung finden.

Quelle
http://www.utsouthwestern.edu/newsroom/news-releases/year-2014/april/anti-depressant-mechanisms.html
http://www.nature.com/mp/journal/vaop/ncurrent/full/mp201434a.html

Mittwoch, 11. März 2015

Studie: 30 Minuten Powernap kann schlechten Schlaf kompensieren

Eine Studie publiziert im Endocrine Society's Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism kommt zu dem Ergebnis dass ein 30 minütiger Powernap den Hormonhaushalt und das Immunsystem restaurieren kann, auch wenn man die Nacht zuvor nur 2 Stunden geschlafen hat.

Schlechter Schlaf reduziert nicht nur die Leistungsfähigkeit und damit auch das Unfallrisiko sondern wird als generelles Gesundheitsproblem angesehen welches auch Übergewicht, Depressionen, Angsterkrankungen sowie kardiovaskuläre Erkrankungen zur Folge haben kann.

Daten aus der randomisierten crossover Studie ergaben dass der Hormonhaushalt durch einen dreißigminütigen Kurzschlaf untertags wieder in die Ausgangssituation gebracht werden kann. Patienten mit nur 2 Stunden Schlaf in der Nacht zeigen vor allem eine wesentlich erhöhte Konzentration des Neurotransmitters Noradrenalin, dies begründet auch die antidepressive Wirkung von Schlafentzug. Nach einem Powernap von 30 Minuten ist die normale Noradrenalinkonzentration allerdings wiederhergestellt.

Interleukin 6 hingegen, welches antivirale Eigenschaften besitzt ist, ist nach einer Nacht mit nur wenig Schlaf stark reduziert. Durch einen Nap normaliesiert sich allerdings auch der Inteleukin 6 Level.

Ein Powernap untertags könnte also die durch Insomnie bedingten Schäden deutlich reduzieren.

Quelle
http://press.endocrine.org/doi/10.1210/jc.2014-2566

Montag, 9. März 2015

Studie: Psychodelische Drogen haben keinen Einfluss auf Risiko für Psychische Krankheiten

Das Journal of Psychopharmacology hat eine Studie mit 135.000 Menschen veröffentlicht nach der es keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum psychodelischer Drogen (wie Magic Mushrooms und LSD) und dem Risiko an einer psychischen Krankheit zu erkranken gibt. Insbesondere wurden der Zusammenhang der Entwicklung von Depressionen, chronischen Stress, Angsterkrankungen sowie Suizidalität untersucht. 

Die Studie wurde von Wissenschaftlern der University of Science and Technology in Trondheim (Norwegen) publiziert. Neurowissenschaftler Teri Krebs sagt Magic Mushrooms und LSD werden von Drogenexperten immer als weniger gefährlich als zum Beispiel Alkohol und andere Drogen eingestuft, dies gilt für das Individuum sowie für die Gesellschaft.

Die Wissenschaftler behaupten sogar es liege ein umgekehrter Effekt vor, Leute mit Erfahrungen mit psychodelischen Substanzen hätten sogar weniger oft psychische Krankheiten entwickelt. Trotzdem darf man nicht daraus schließen dass psychodelischen Drogen keine Krankheiten induzieren können, es gibt Studien und viele Fallbeispiele die genau das belegen.

Bei der Interpretation dieser Studie sollte also höchste Vorsicht geboten sein. Auch wurde nicht die Entwicklung des Intelligenz-Quotienten untersucht.

Quelle
http://www.emmasofia.org/wp-content/uploads/2015/02/Psychedelics-not-linked-to-mental-health-problems-or-suicidal-behavior.pdf?115a76
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2015-03/sp-nlb030515.php

Dienstag, 3. März 2015

Studie: Serotoninmangel nicht Hauptfaktor der Depression (bei Mäusen)

Eine Studie des John D. Dingell VA Medical Center und der Wayne State University School of Medicin lässt Zweifel an der gängigen These aufkommen die besagt, dass ein Mangel an Serotonin hauptverantwortlich für das Entstehen einer Depression sei.

Eine Studie zeigte, dass Mäuse welche nur wenig Serotonin endogen im Gehirn produzieren keine Symptome einer Depression aufwiesen. Interessanterweise verhielten sie sich aber aggessiver und impulsiver, zeigten aber unter Stressfaktoren gleiches Verhalten wie normale Mäuse. Die Gabe von Serotoninwiederaufnahmehemmern zeigte im Vergleich zu normalen Mäusen auch keine Unterschiede.

Die meisten derzeit verschriebenen Antidepressiva beruhen auf einem Wirkmechanismus der die Erhöhung der Serotoninkonzentration im Gehirn zur Folge hat. Schon lange wird aber diskutiert dass der eigentliche Wirkmechanismus tiefer liegt. Zum Beispiel könnte eine aus der erhöhten Serotoninkonzentration resultierende Rezeptorregulation oder gar eine Veränderung der Neuroplastizität für die Wirkung verantwortlich sein.

Die Wissenschaftler glauben dass ihre Studien dazu beitragen, dass das Bestreben Antidepressiva mit neuen Wirkmechanismen zu entwickeln gestärkt wird.

Quelle
http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/cn500096g

Samstag, 28. Februar 2015

Wie Sport bei Depressionen hilft

2013 haben Forscher aus England insgesamt 35 Studien ausgewertet und kamen zu dem Ergebnis dass regelmäßge sportliche Betätigung ähnlich wirksam wie Antidepressiva zu sein scheint. Der biologische Grund dafür war bis jetzt weitgehend unklar. Jetzt wollen Wissenschaftler einen Mechanismus entdeckt haben der für die Wirkung verantwortlich ist.

Während körperlicher Betätigung kommt es im Skelettmuskel zur Ausschüttung des Proteins PGC-1a1. Forscher vom Karolinska Institutet in Schweden haben nun die Wirkung dieses Proteins auf die Vulnerabilität gegenüber Stress bei Mäusen untersucht.

Dazu wurden gentechnische veränderte Mäuse die viel PGC-1a1 sowie normale Mäuse fünf Wochen verschiedenen Stressfaktoren ausgesetzt. Während normale Mäuse nach dieser Zeit Symptome von Depressionen zeigten verhielten sich die Mäuse mit hohen PGC-1a1 Leveln weiterhin normal.

Interessanter ist aber dass weitere Untersuchungen zeigten dass die gentechnisch veränderten Mäuse auch mehr KAT Enzyme produzierten. KAT Enzyme wandeln Kynurenin in Kynureninsäure um.  Kynurenin wird bei Stress produziert und wird mit der Entwicklung von Depressionen in Zusammenhang gebracht. Kynureninsäure soll hingegen unter anderem glutamerge Reizüberflutungen im Hirn drosseln und somit positive Eigenschaften haben.

Sport könnte also gegen Stress und Depressionen helfen da die Stresssubstanz Kynurenin schneller in Kynureninsäure umgewandelt wird, welche Stress im Gehirn entgegenwirkt.

Quelle
http://www.alphagalileo.org/ViewItem.aspx?ItemId=145612&CultureCode=en
http://www.cell.com/cell/abstract/S0092-8674%2814%2901049-6

Dienstag, 24. Februar 2015

Studie: Zusammenhang Winterdepression und Vitamin D Defizit

Eine Forschergruppe des College of Education von der University of Georgia haben Ergebnisse im Medical Hypotheses Journal veröffentlicht die erneut einen Zusammenhang von Winterdepression und einem niedrigen Vitamin D - Spiegel nahelegen.

Die genauen Ursachen der Winterdepression sind weiterhin unklar, diskutiert wird eine biologische Antwort auf Sonnenlicht die bestimmte Neurotransmitterkonzentrationen (Dopamin und Serotonin) im Gehirn erhöhen, fehlt es an Sonnenlicht kommt es zum Mangel und einer affektiven Verstimmung. Dass diese negativen Verstimmungen mit niedrigeren Vitamin D Konzentrationen in Patienten korrelieren wurde bereits in früheren Studien belegt.

Wenige Minuten direktes Sonnenlicht reichen dem Artikel nach aus um genug Vitamin D zu produzieren. Außerdem stellen die Wissenschaftler fest dass eine höhere Hautpigmentierung, also Leute mit dunklerer Hautfarbe ein erhöhtes Risiko für Winterdepression haben.

Quelle
http://www.medical-hypotheses.com/article/S0306-9877%2814%2900335-1/abstract
http://news.uga.edu/releases/article/vitamin-d-deficiency-depression/

Montag, 23. Februar 2015

Lachgas zur Behandlung von Depressionen?

Ein Team der Washington University School of Medicine in St. Louis führte eine kleine Pilotstudie durch bei der Patienten mit schweren und therapieresisten Depression mit Lachgas behandelt wurden. Es handelt sich um eine randomisierte, doppeltverblindete und placebokontrollierte Studie mit insgesamt aber nur 20 Patienten.

Patienten der Placebogruppe erhielt ein Sauerstoff/Stickstoff Gemisch während in der Medikamentengruppe eine Behandlung mit einem Distickstoffmonoxid/Sauerstoff Gemisch erfolgte (Lachgas). In der Medizin wird Lachgas schon länger als schmerzlindernd (analgetisch) wirkendes Narkotikum verwendet.

Die Auswertung (bis einen Tag nach der Behandlung) ergab dass in der Medikamentengruppe bei zwei drittel der Patienten signifikante Verbesserungen der Symptome Angst, Schuldgefühle, Schlaflosigkeit, Traurigkeit und Suizidalität eintraten. In der Placebogruppe war es nur ein drittel.

Die Wissenschaflter sind überzeugt dass Lachgas in der Zukunft vielen Erkrankten helfen könnte, natürlich braucht es weitere Studien um das Ergebnis zu untermauern.

"Our findings need to be replicated, but we think this is a good starting point, and we believe therapy with nitrous oxide eventually could help many people with depression."

Quelle
Biological and Psychiatry Journal
www.biologicalpsychiatryjournal.com/article/S0006-3223(14)00910-X/abstract 

Mittwoch, 18. Februar 2015

Studie: Arbeitslosigkeit verursacht 45000 Suizide pro Jahr

The Lancet Psychiatry hat eine Studie veröffentlicht wonach zwischen 2000 und 2011 ungefähr 45000 Suizidfälle pro Jahr weltweit der Arbeitslosigkeit verschuldet sind. Dr. Carlos Nordt und weiter Mitarbeiter von der Universität Zürich sagen es liegt an der Regierung Arbeitslosenquote zu minimieren um viele Suizide zu verhindern.

Es wurden Daten der WHO Datenbank und der Monetary Fund's World Economic Outlook Datenbank über einen Zeitraum von elf Jahren ausgewertet. Insgesamt wurden 63 Länder miteinbezogen. Es wurde geschätzt dass jedes Jahr 233000 Suizide verübt wurden, je 45000 davon in Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit.

Weiters weisen die Forscher darauf hin dass jeweils 6 Monate bevor die Arbeitslosquote steigt die Suizidquot ansteigt wobei Männer und Frauen gleichermaßen betroffen sind

Dr. Nordt:

"Besides specific therapeutic interventions, sufficient investment by governments in active labour market policies that enhance the efficiency of labour markets could help generate additional jobs and reduce the unemployment rate, helping to offset the impact on suicide."


Quelle
The Lancet Psychiatry 11.2.2015
http://dx.doi.org/10.1016/S2215-0366(14)00118-7

Dienstag, 17. Februar 2015

Studie: Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Suizidrisiko?

Wissenschaftler der University of Utah haben 1546 Suizidfälle in Salt Lake County zwischen 2000 und 2010 untersucht. Laut ihrer Analyse haben Individuen die erhöhten Stickstoffdioxid Werten ausgesetzt sind ein 20% höheres Risiko Suizid zu begehen in den nächsten drei Tagen. Auch kurzzeitg erhöhte Exposition gegenüber Feinstaub soll das Risiko für die nächsten drei Tage erhöhen, wenn auch nur um 6%.

Amanda Bakian, Ph.D, Leiterin der Untersuchung hält fest dass es weitere Untersuchungen geben müsse um zu ergründen warum Luftverschmutzung zu einer erhöhten Vulnerabilität führt.
"As suicide risk was found to differ by age and gender, this suggests that vulnerability to suicide following air pollution exposure is not uniform across Salt Lake County residents and that some Salt Lake County residents are more vulnerable than others.
Our next step is to determine in more detail exactly what elements - such as genetic and sociodemographic factors - are responsible for increasing one's vulnerability to suicide following air pollution exposure."

Quelle  
The American Journal of Psychiatry
http://ajp.psychiatryonline.org/doi/abs/10.1176/appi.ajp.2010.09050706
http://unews.utah.edu/news_releases/middle-aged-men-at-highest-risk-of-suicide-after-breathing-poor-air/

BBC Dokumentation: The Truth about Depression - Englisch


Stephen Nolan zeigt mit welchen Stigmas Betroffene oft zu kämpfen haben und versucht mit dieser Dokumentation ein besseres Veständnis dieser Krankheit zu erwirken. Er trifft auf Patienten aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten sich im ständigen Kampf mit ihrer potenziell tödlichen Krankheit befinden. Außerdem kommen Wissenschaftler zum Wort welche die medizinischen Hintergründe der Depression erklären.

Sonntag, 15. Februar 2015

Johanniskraut ist die Arzneipflanze 2015

Das "Echte Johanniskraut" (Hypericum perforatum), auch "Tüpfel-Johanniskraut" genannt, wurde zur Arzneipflanze 2015 gewählt. Der "Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde", der seinen Sitz an der Universität Würzburg hat, gab die Entscheidung bekannt. Johanniskraut wird bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen eingesetzt. Seine Wirkung gilt allerdings aufgrund widersprüchlicher Studienergebnissse als umstritten.